In anderen Ländern gehören die Autokameras bereits zum vertrauten Straßenbild. Populär wurden die Dashcams durch Nutzer aus Russland, die spektakuläre Unfälle in sozialen Netzwerken wie Facebook posteten. Eine solche Vorgehensweise bzw. die Veröffentlichung der Kamerabilder ist in Deutschland natürlich aus Datenschutzgründen verboten.

Allerdings öffnete der Bundesgerichtshof (BGH) nach einem bahnbrechenden Urteil am 15.5.2018 das Tor zur Nutzung. In dem Gerichtsurteil hieß es, dass die Aufnahmen der Autokamera unter bestimmten Bedingungen zur Beweisaufnahme zugelassen sind. Was dies für Bedingungen sind und wie sich Autofahrer für die beste Dashcam entscheiden, das wird in diesem Ratgeber anschaulich erläutert. Eine weitere Hilfe für die Entscheidungsfindung ist dieser Autokamera Vergleich.

Der Nutzen einer Autokamera

Der Nutzen einer Autokamera zur Aufklärung bei Unfällen und anderen Verkehrskonflikten ist offensichtlich. Wenn vor Gericht die Schuld der Gegenpartei nachgewiesen werden kann, kann dies vor Strafe schützen und die Gewähr sein, dass man Entschädigungsleistungen erhält, auf die man sonst keinen Anspruch hätte. Hinzu kommt, dass immer mehr Dienstleister für KFZ-Versicherungen Rabatte bei Vertragsabschluss anbieten, wenn man selbst mit einer Dashcam fährt.

Weitere Vorteile einer Autokamera sind die Auswertung des eigenen Fahrverhaltens aus einer neutralen Perspektive heraus. Außerdem bieten einige Modelle nützliche Hilfsfunktionen für den Straßenverkehr an. Beispiele für solche Assistenten sind ein Kollisionswarner, ein Losfahralarm sowie Warnungen vor Blitzern, bei Spurwechsel und drohenden Auffahrten. Schließlich kann eine Autokamera mit Bewegungssensor weiterhelfen, wenn sich Vandalen an dem parkenden Wagen zu schaffen machen.

Die Kennzeichen für eine gute Aufnahmequalität

Ein besonders wichtiges Kriterium für eine gute Autokamera ist die Aufnahmequalität. Denn eine Dashcam muss sich auf schnelle bewegende Bilder einstellen. Deshalb empfehlen wir für die Videoqualität eine Full-HD-Auflösung als Mindeststandard sowie eine FPS-Leistung ab 60 Bildern pro Sekunde. Eine störungsfreie Aufnahme ohne Ruckeln sollte ebenso gegeben sein sowie die Aufnahme auch unter widrigen Sichtverhältnissen. Deshalb wird die Aufnahmequalität von Dashcams in Tagsicht und Nachtsicht unterschieden, wobei auch die Fähigkeit, bei strömenden Regen und Nebel noch sichtbare Aufnahmen zu produzieren, mitberücksichtigt werden sollte.

Unbedingt zu empfehlen sind Dashcams, welche die Verzögerungskräfte, die sogenannten G-Kräfte, bei der Aufnahme integrieren. Dabei handelt es sich oftmals um brisante Verkehrssituationen wie bei einem Crash oder einer Vollbremsung. Autokameras mit integrierter G-Kraft-Funktionen nehmen bei diesen Krafteinwirkungen automatisch diese Situationen durch die Funktion der Notaufnahme auf.

Kamerawinkel und Rücksicht

Ein wichtiges Kriterium zur Aufnahmegröße ist die Beschaffenheit des Kamerawinkels. Damit bei gerichtlichen Auseinandersetzung alle wichtigen Momente zum Unfallhergang erfasst werden können, schlagen wir eine Weitwinkelperspektive von mindestens 120 bis 140 Grad vor. Zudem empfehlen wir eine duale Kamera und damit einee Autokamera, die neben der Frontperspektive auch Rückbilder aufnimmt. Auf diese Weise ist man für Situationen gewappnet, in denen man das Opfer eines Auffahrunfalls wird.

Außerdem hat man für die Aufnahme die Wahl zwischen einer Dashcam mit und ohne Display. Eine Kamera mit Display bietet als eine Art Fernsehen die bewegten Bilder zur Mitsicht beim Autofahren an. Dies ist nicht unbedingt nötig und kann aufgrund des starken Ablenkungspotenzials die eigene Verkehrstüchtigkeit einschränken.

Die Art der Aufzeichnung

Autokameras zeichnen die Bilder via Endlosaufnahme oder Aufnahmeschleifen (Loops) auf. Im letzten Fall handelt es sich um einen automatischen Überschreibungsvorgang nach festgelegten Intervallen. Zwar gehen ältere Aufnahmen bei der Schleifenaufzeichnung verloren. Dafür ist man rechtlich auf der sicheren Seite, da in Deutschland das „permanent anlasslose Filmen“ verboten ist, und profitiert von einer größeren Bequemlichkeit.

Was noch beachtet werden sollte

Autokameres werden fast immer an der Windschutzscheibe befestigt. Je nach Modell können sich Fahrer bei der Befestigung mit Klebehalterung oder Saugnapfhalterung entscheiden. Während die Klebehalterung den robusteren Eindruck hinterlässt, ist eine Saugnapfhalterung handlicher und bietet sich für Besitzer an, die regelmäßig ihr Auto wechseln, zum Beispiel weil sie bei der Arbeit im Firmenwagen unterwegs sind. Schließlich ist die Qualität des Aufnahmestempels ein weiteres Kaufkriterium. Wir empfehlen Modelle, die bei der Aufnahme mindestens das Datum, die Geschwindigkeit und die GPS-Koordinaten angeben.

Bahn frei für Autokameras auch in Deutschland
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